binge-dating
Performance, 6:30 Min
2013
60 Online-Dating Nachrichten in Audio (anonymisiert), Werkzeug (Schraubstock, Gewindeschneider, Zwinge, Hammer, Meißel, Bohrmaschine, Zangen, Feile), Gemüse (Karotte, Gurke, 2 Eier, Zucchini, 1 L Milch, Lauch)

binge ist ein englisches Substantiv und bedeutet Exzess, Gelage, Übersättigung. Die übliche Nutzung bezieht sich auf Alkohol- und Essexzesse: binge drinking: Komasaufen; binge-eating: Ess-Sucht.

Ausgangspunkt der Arbeit sind Nachrichten von Männern, die der Künstlerin auf diversen Online-Dating und Sexplattformen zugesandt wurden. In Form einer Tonspur auf deutsch und englisch werden diese Nachrichten anonymisiert wiedergegeben.
Die Texte, welche anfangs noch persönlich wirken überlappen sich immer mehr. „Hallo“ „Hi“ „Hallo, wie geht’s?“ dann „Ich schreibe Dir, wie so viele andere auch...“, „Ich denke du wirst es nicht bereuen.“ bis zu immer skurileren Angeboten „Würde so gerne fuer dich einkaufen und dein Leben fininzieren als Sklave..." Am Ende bleiben in der Nachrichtenübersättigung nur noch einzelne leere Sprachfetzen von „ich bin ein Gentleman“ bis „ich will es dir so richtig besorgen“ hörbar.

Während die Performerin diese Nachrichten hört, bearbeitet und isst sie währenddessen Nahrungsmittel mit Werkzeug. Karotten werden mit dem Gewindeschneider beschnitten, Zucchini mit einem Meißel gespalten, Eier in eine Schraubzwinge geklemmt und die Milch wird mit dem Akkubohrer geöffnet und getrunken.

Fotos: Tobias Pilz